„Ich möchte mit meinem Engagement Innovationen in der Region zum Durchbruch verhelfen und dabei – im positiven Sinne – ein Stück weit auch das Tempo mitbestimmen.“

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

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Jahresbericht 2014

Medizinische Forschung

Ein besonderes Anliegen der Manfred Lautenschläger-Stiftung ist die Erforschung von Diabetes. Die Stiftung möchte einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass schwere Langzeitschäden wie Nierenversagen, Herzinfarkt und Erblindung bei zuckerkranken Patienten vermieden oder vermindert werden.

Doch auch weitere Krankheiten, die häufig aus einer Lebensweise resultieren, die zunehmend von einem Mangel an Bewegung, einer übermäßigen Ernährung, oft auch dem Konsum von Alkohol und Nikotin geprägt ist, sollen erforscht und Lösungsansätze zur Vorbeugung und Behandlung gefunden werden. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung möchte durch die Erschließung von therapeutischem Wissen sowie durch die Förderung entsprechender Projekte den bereits Betroffenen zu einem gesunden Leben verhelfen und den Transfer von Projektergebnissen in die Öffentlichkeit und in andere Regionen fördern.

Alkoholforschung

Die erfolgreiche Behandlung von Krebs, aber auch die Erforschung von Risikofaktoren der Entstehung sind Themen, die die Manfred Lautenschläger-Stiftung bereits lange begleiten. Ein Risikofaktor ist der übermäßige Konsum von Alkohol. Unterstützung fanden in diesem Zusammenhang das Alkoholforschungszentrum der Universität Heidelberg und die medizinische Klinik des Krankenhauses Salem in Heidelberg.

Bisherige Erfolge dieser Unterstützung sind nach Angaben von Herrn Prof. Seitz ein weltweit erstmals publizierter Marker zur Risikoerkennung von Leberkrebs, die Entwicklung einer Alternative zur Leberbiopsie und allgemeiner die Entwicklung des Heidelberger Alkoholforschungszentrums zu einem der erfolgreichsten Zentren in diesem Feld. Prof. Dr. med., Prof. hc. Helmut Seitz beschreibt exemplarisch die Ergebnisse und Erfolge so:

"Auf Grund der Förderung hat sich das Alkoholforschungszentrum der Universität Heidelberg weltweit zum Thema Alkoholische Lebererkrankung und Alkohol vermittelte Krebserkrankungen zu einer führenden Institution entwickelt und es kam zu insgesamt 63 Publikationen (davon 26 Originalpublikationen). Erkennbar ist dieser Erfolg unter anderem an den Preisen, die an die einzelnen Forscher verliehen wurden."

Diasurg2 – Studie zum Einfluss von Magenbypass-Operation auf Diabetes Typ2

Bisher ist die Diabetesbehandlung eine Domäne der medikamentösen Therapie. In den letzten Jahren hat man jedoch bei einer großen Anzahl von Operationen bei Fettleibigkeit  festgestellt, dass es neben einem Gewichtsverlust ebenfalls zu einem Verschwinden des Diabetes mellitus Typ 2 kommt. Im Rahmen einer weltweit ersten randomisierten kontrollierten multizentrischen Studie, Diasurg 2, ausgehend vom Universitätsklinikum Heidelberg, soll überprüft werden, ob sich aufgrund dieser Beobachtung die Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 grundlegend verändern lässt. Da dieser neuartige Ansatz die Therapie der Diabetes revolutionieren könnte, hat sich die Manfred Lautenschläger-Stiftung dazu entschlossen, die Durchführung von Diasurg 2 zu fördern.

Patientengespräch

Eine Studie an 4.000 Patienten zeigte, dass bei 72% der operierten Personen der Diabetes Typ 2 verschwand, in weiteren Studien konnte dieser Effekt auch bei nicht stark übergewichtigen Patienten nachgewiesen werden. Dies würde bedeuten, dass nach einer entsprechenden Operation für eine große Mehrheit der Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 keine weitere Therapie und insbesondere keine Insulintherapie mehr notwendig ist.

Als Operation mit dem besten Nutzen/Risiko-Verhältnis stellte sich bisher die Magenbypass-Operation heraus. Nach dieser Operation wird aufgenommene Nahrung an Magen und Zwölffingerdarm vorbeigeführt und erst später der Speisebrei mit den Verdauungssäften zusammengeführt.
Warum die Magenbypass-Operation wirkt, ist derzeit noch nicht bekannt. Es wird angenommen, dass die verkürzte Magenpassage zu einer veränderten Ausschüttung von Hormonen im Magen und Dünndarm führt, aber auch Veränderungen verschiedener Stoffwechselprodukte im Blut, der neuralen Rückkopplung zum Gehirn, der Zusammensetzung der Stuhlbakterien sowie des Gallensäurestoffwechsels werden vermutet.

Ab dem Jahr 2014 werden deutschlandweit mindestens 12 weitere Zentren überregional Patienten in die Studie einschließen. Teilnehmende Zentren sind die Universitätskliniken von Berlin, Dresden, Kiel und Lübeck sowie die städtischen Krankenhäuser Vivantes-Kliniken Berlin Spandau, Dresden Neustadt, Düsseldorf, Gera, Karlsruhe, Memmingen, Wolfart-Klinik Gräfelfing-München, Offenbach und Zweibrücken.

EMIRA: Neue Ansätze der Malariabekämpfung

Das Projekt EMIRA (Ecologic Malaria Reduction for Africa) hat zum Ziel, im Bezirk Nouna, Burkina Faso, mit ökologischen Maßnahmen die Überträgermücken der Malaria zu bekämpfen und so die Anzahl der Malariainfektionen zu verringern.

Überträgermücke der Malaria
Prof. Dr. Nobert Becker untersucht einen Tümpel auf dessen Larvendichte
Die in unterschiedlicher Intensität mit BTI behandelten Zonen
 

Das dabei verwendete und am Rhein bereits seit Jahren bewährte Larvivzid, Bti (Bacillus thuringiensis israelensis), tötet in den Brutstätten ausschließlich Larven von Stechmücken ab. Für Menschen und andere Tierarten (inkl. aller anderen Wasserlebewesen) ist es ungefährlich, da es hochspezifisch gegen die Larvenstadien der krankheitsübertragenden Mücken wirkt. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung fördert das Projekt über die Dauer von drei Jahren mit einer Gesamtsumme von über € 400.000,00.

Das Projekt vom Institut für Public Health der Universität Heidelberg, dem Centre de Recherche en Santé de Nouna, Nouna, Burkina Faso und KABS (Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Mückenplage) transferiert Know-How zur biologischen Stechmückenbekämpfung aus der Rhein-Neckar-Region nach Westafrika. Der von der der in Waldsee ansässigen KABS entwickelte Ansatz zur biologischen Stechmückenbekämpfung wird am Oberrhein schon lange großflächig und routinemäßig angewendet.

In Afrika hingegen wird dieses Larvizid trotz hoher Wirksamkeit und ökologischer Verträglichkeit nur in sehr geringem Umfang zur Bekämpfung von Krankheiten, die von Mücken übertragen werden, eingesetzt. Der Grund liegt in den hohen Kosten, die entstehen würden, wenn sämtliche Brutstätten in der Nähe von Siedlungen behandelt würden. Ein Team der Universität Heidelberg hat daher in Zusammenarbeit mit dem französischen Raumforschungszentrum CNES (Centre des Etudes Spatiales, Toulouse) das Vorgehen weiterentwickelt: Die Verwendung von Satellitenbildern ermöglicht das Auffinden potentieller Massenbrutplätze, die dadurch gezielt und kostengünstiger behandelt werden können. Unterstützend findet eine kontinuierliche Überwachung der Brutstätten am Boden statt, so dass bei niedrigem Larvenbesatz keine Neubehandlung erfolgen muss.

Die Kontrolle von Mückenlarven bietet einige Vorteile: So kann auf die Larven in definierten Brutstätten deutlich leichter zugegriffen werden als auf die erwachsenen Mücken. In etlichen Studien konnte gezeigt werden, dass die die Malaria übertragenden Moskitos ihre Eier in der Regel in definierten, kleinen Sümpfen und Tümpeln in Nähe der Häuser, wo dann auch die Stiche der erwachsenen Moskitos erfolgen, ablegen. Auch ist das biologische Bekämpfungsmittel einfach zu handhaben sowie für die Umwelt und den Anwender sicher.

Das Projekt wird im Gesundheitsdistrikt um Nouna in Burkina Faso umgesetzt. Anhand von satellitenbildbasierten Risikokarten werden für jedes Dorf des Gesundheitsdistrikts die Brutstätten mit der höchsten Mückenproduktivität ermittelt. Ein lokales Team behandelt mit Beginn der Regenzeit, zu der sich die Moskitobrutstätten in der Umwelt formen, diese mit dem biologischen Larvizid. Die Projektergebnisse, insbesondere die angefallenen Kosten und der damit erzielte positive Effekt auf die Gesundheitssituation, werden erfasst und an das Gesundheitsministerium weitergeleitet.

» Weitere Informationen 1 (externe Seite)

» Weitere Informationen 2 (PDF)

» Online Ausgabe der "Welt" (externe Seite)

Erforschung eines Impfstoffes am Deutschen Krebsforschungszentrum

Es ist ein zentrales Anliegen der Manfred Lautenschläger-Stiftung, die Krebsforschung zu fördern und zu dynamisieren. Daher wurde dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg eine Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Privatdozentin und renommierte Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Dr. Angelika Riemer nach Heidelberg zu holen – sie schließt mit ihrer Arbeit an die von Harald zur Hausen an, der von 1983 bis 2003 Vorsitzender des DKFZ war und 2008 den Medizin-Nobelpreis für seine Forschung zu Impfstoffen gegen die Papillomviren erhielt.  Frau Dr. Dr. Riemer forscht an einem Impfstoff, der auch bereits bestehende Infektionen mit den krebserregenden humanen Papillomviren heilen kann, bisher ist die Impfung nur präventiv möglich.

DKFZ Außenaufnahme

Angelika Riemer ist Immunologin. Ihre Forschung konzentriert sich auf das humane Papillomvirus 16, das die Hälfte aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs sowie verschiedene andere Krebsarten des Genitaltrakts und des Rachenraumes verursacht. Riemer hat eine spezielle Technik entwickelt, um herauszufinden, welche Abschnitte der Virusproteine in infizierten Zellen vom menschlichen Immunsystem spezifisch erkannt werden. Mit diesen Proteinabschnitten will sie Killerzellen des Immunsystems gezielt gegen virusinfizierte, entartete Zellen aktivieren.

„Wir sind froh, dass wir mit der großzügigen Unterstützung durch die Manfred Lautenschläger-Stiftung eine so brillante Nachwuchswissenschaftlerin ans Deutsche Krebsforschungszentrum berufen können“, sagte Professor Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. „Um international zu bestehen, ist unsere Forschung zunehmend auch auf private Geldgeber angewiesen.“

Weitere Förderung des DKFZ

Mit dem Aufbau der Arbeitsgruppe von Angelika Riemer unterstützt Manfred Lautenschläger nicht zum ersten Mal die Arbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums: Im Jahr 2003 erhielt Professor Peter Krammer den mit 250.000 Euro dotierten Lautenschläger Forschungspreis, 2008 ging der Erlös der von Manfred Lautenschläger initiierten Charity Tour des Radtreffs Rhein-Neckar an Dr. Stefan Pfister, der Hirntumore bei Kindern erforscht. Darüber hinaus bat Manfred Lautenschläger die Gäste zu seinem 70. Geburtstag anstelle von Geschenken um eine Spende für das Deutsche Krebsforschungszentrum, diese Summe erhielt der Kinderonkologe Professor Dr. Olaf Witt.

Aktiv Leben mit Krebs

Schon lange wird vermutet, dass mit Hilfe sportlicher Aktivität und Bewegungstherapie eine Krebserkrankung und ihre Folgen besser bewältigt werden können. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) in Saarbrücken sowie dem Zentrum Aktiver Prävention in Nußloch bei Heidelberg eine Kooperation eingegangen, deren Ziel die Durchführung interdisziplinärer Projekte zur Krebsprävention ist. Dabei geht es vor allem darum, die Lebensqualität von Krebspatienten nach der Behandlung zu erhalten und zu verbessern.

Mit der neuen Kooperation wird eine fach- und wissenschaftsübergreifende Zusammenarbeit gestartet, in deren Rahmen die führenden Krebs-Forschungsinstitute Deutschlands, das Universitätsklinikum Heidelberg, das DKFZ und das NCT ihre Fachkompetenzen im Bereich der forschenden medizinischen Disziplinen einbringen und die durchgeführten begleitenden Maßnahmen in den Bereichen körperliche Aktivität, Ernährungsberatung und Psyche/Stressmanagement untersuchen. Das Ziel der gemeinsamen Forschungsaktivitäten ist es, herauszufinden, ob sich die vermuteten positiven Auswirkungen auf die Lebensqualität ehemaliger Patienten durch Maßnahmen in diesen Bereichen auch in klinischen Studien und bei größeren Fallzahlen bestätigen lassen.

Wichtiger Teil der Zusammenarbeit sind Pilotprojekte, die ab Oktober 2011 am Zentrum Aktiver Prävention (ZAP) in Nußloch durchgeführt werden. Hierfür finanziert die Manfred Lautenschläger-Stiftung im Zusammenwirken mit Johannes Marx von der DHfPG den ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmern Stipendien für das jeweilige Acht-Wochen Programm unter dem Titel „Aktiv Leben mit Krebs“.

Die Deutsche Hochschule liefert als Themenführer für akkreditierte Bachelor- und Master-Studiengänge im Bereich Prävention und Gesundheitsmanagement Kompetenzen aus den Themenfeldern Gesundheitswissenschaft, Ernährung und Psychologie.

1000 Leben retten

Mit der Aktion "1000 Leben retten" startet in der Metropolregion Rhein-Neckar ein bisher einzigartiges Präventionsprojekt, das Manfred Lautenschläger als Schirmherr unterstützt. Darmkrebs ist eine Erkrankung, die bei Nichtbehandlung in den allermeisten Fällen innerhalb von 12 Monaten zum Tode führt und nach Lungenkrebs die häufigste Krebstodesursache in Deutschland. Frühzeitig entdeckt jedoch ist er zu fast 100% heilbar, was regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen so wichtig macht. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig die Vorsorge ist und welche Verantwortung man als Arbeitgeber seinen Mitarbeitern gegenüber hat. Ich bin überzeugt, dass die Unternehmen und Organisationen in unserer Region dem Beispiel folgen und sich der Aktion "1000 Leben retten" anschließen. Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen", so Manfred Lautenschläger.

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Studie zu Passivrauchen und Auswirkung auf Kinder

Passivrauchen erhöht schon bei Vorschulkindern den Blutdruck. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Studie, die Ärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg sowie des Gesundheitsamts Rhein-Neckar bei über 4.000 Fünf- bis Sechsjährigen in Heidelberg und der Rhein-Neckar-Region durchgeführt haben. Sie wurde am 10. Januar 2011 bei einer Pressekonferenz im Universitätsklinikum Heidelberg vorgestellt und an diesem Tag in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „Circulation“ online veröffentlicht.

Für die Studie wurde die reguläre Einschulungsuntersuchung durch das Gesundheitsamt in den Kindergärten erweitert: Bei insgesamt 4.236 Mädchen und Jungen wurde von Februar 2007 bis Oktober 2008 zusätzlich der Blutdruck gemessen.

Bekannte Risikofaktoren für Bluthochdruck bei Kindern sind Übergewicht, niedriges Geburtsgewicht sowie Bluthochdruck bei den Eltern. Passivrauchen stellt, wie die Studie jetzt aufdeckte, ein wichtiges zusätzliches, unabhängiges Risiko dar.  „Mit dieser Studie haben wir erstmals gezeigt, dass Passivrauchen bei Kindern den Blutdruck deutlich ansteigen lässt“, erklärte Professor Dr. Georg Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Heidelberger Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, bei der Pressekonferenz in der Heidelberger Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik. Bislang war vor allem der schädliche Effekt auf die Lunge bekannt. Hoher Blutdruck bei Kindern kann bis ins Erwachsenenalter persistieren und ist dann einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Heidelberger Kinderärzte warnen Eltern davor, ihre Kinder Tabakrauch auszusetzen, da dies langfristige schädliche Folgen haben könne. Wichtig sei zudem, weitere Risikofaktoren wie Übergewicht zu reduzieren. Im Hinblick auf ein langfristig erhöhtes kardiovaskuläres Risiko von Kindern sind effektive Maßnahmen für eine rauchfreie Umgebung anzustreben. Die Studie wurde unterstützt von der Manfred Lautenschläger-Stiftung, der Reimann-Dubbers-Stiftung, der Dietmar-Hopp-Stiftung und der Schweizerischen Hypertonie Gesellschaft.

Lautenschläger-Stiftung für Diabetes

Die „Lautenschläger-Stiftung für Diabetes“, die am St. Josefskrankenhaus Heidelberg ins Leben gerufen wurde, beschäftigte sich zum einen mit der intensiven wissenschaftlichen Bearbeitung verschiedener klinischer Fragestellungen zum Diabetes, insbesondere zu den diabetestypischen Gefäßerkrankungen.

Sie wollte damit einen Beitrag dazu leisten, dass schwere Langzeitschäden wie Nierenversagen, Herzinfarkt und Erblindung bei zuckerkranken Patienten vermieden oder vermindert werden. Die dazu begonnene Beobachtungsstudie, in die mehrere hundert Diabetiker aufgenommen und über Jahre beobachtet werden konnten, gab zum anderen jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, im Rahmen dieser Studie eine breite diabetologische Ausbildung zu erfahren. Nicht zuletzt haben hunderte von Patienten mit Diabetes durch die eingesetzten diagnostischen Mittel und die ärztlichen Beratungen einen unmittelbaren Nutzen. Die Stiftung wurde von 2004 bis 2009 unterstützt.

Forschung zu individuell angepasster Therapie bei Tumoren der Mund- und Rachenschleimhaut

Tumoren der Mund- und Rachenschleimhaut, sogenannte Plattenepithelkarzinome, zeigen charakteristische Veränderungen im Erbgut: Bestimmte Abschnitte sind zu häufig vorhanden. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums unter Leitung von Prof. Dr. Kolja Freier  untersuchten, wie sich diese Veränderungen auf die Aggressivität der Tumoren auswirken und wo individuell angepasste Therapien ansetzen können. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützte das Projekt von 2008-2011 mit 80.000 Euro.

Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region treten als Tumore der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfes aus. Diese Krebsart ist weltweit die sechsthäufigste Tumorerkrankung: Allein für das Mundhöhlenkarzinom werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 10.000 Neuerkrankungen beobachtet.

In der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, dass die Gewebearraytechnologie ein verlässliches und schnelles Screening-Verfahren zur Charakterisierung von Onkogenen bei Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region ist. Die Ergebnisse könnten ein Beitrag dazu sein, ein Modell zu entwickeln und zu verfeinern, das die Abfolge der genetischen Veränderungen beschreibt, die im Verlauf der Progression einer oralen Dysplasie über das invasive bis hin zum metastasierenden Karzinom entstehen. Dieses Modell hätte nicht nur prognostische Bedeutung für den einzelnen Tumorpatient, es ließen sich auch die Indikationsstellungen für den Einsatz von Therapieverfahren neu evaluieren und diese Therapien auf ihre Wirksamkeit bezüglich einzelner Tumorklone überprüfen. Dies wäre nicht nur ein großer Fortschritt in der adäquaten Diagnose und Prognose einer Tumorerkrankung, es könnte auch dazu führen, dass die bis heute trotz großem technischen Aufwand noch mäßigen Therapieerfolge in Zukunft entscheidend verbessert werden.