„Wer die Zukunft positiv gestalten will, muss sich der Vergangenheit erinnern und daraus eine besondere Verantwortung ableiten. Toleranz und Menschlichkeit finden ihren Ausdruck dort, wo die Verständigung zwischen Menschen aktiv gelebt wird.“ 

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

Newsletter

Abonnieren Sie noch heute unseren Newsletter!
Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden.

Zur Anmeldung

Jahresbericht 2016

Konkrete Projekte in Osteuropa

Die Liste der folgenden Projekte ist nach derzeitigem Stand abschließend. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützt Projekte im Ausland nur nach Eigeninitiative, was bedeutet, dass die Auswahl der Projekte und Kontaktaufnahme mit entsprechenden Einrichtungen und Verbänden stets durch die Stiftung erfolgt. Daher bitten wir Sie höflich, keine entsprechenden Anträge einzureichen.

Partnerschaft Simferopol

Heidelberg und Simferopol verbindet bereits seit 1991 ein besonders intensiver Austausch – neben einer Städtepartnerschaft gibt es einen Freundeskreis Heidelberg-Simferopol. Angeregt von letzterem unterstützte die Manfred Lautenschläger-Stiftung den Bau des sogenannten Heidelberg-Zentrums. Ursprünglich diente dieses als Begegnungsstätte für ehemalige Zwangsarbeiterinnen – noch immer treffen sich dort regelmäßig an die 500 älteren Frauen, die im Dritten Reich verfolgt und nach ihrer Rückkehr in die Ukraine von Stalin als Kollaborateure verfolgt wurden. Heute ist das Zentrum darüber hinaus Treffpunkt für diverse Verbände und Interessengruppen

Schwanenseetänzerinnen, Magdalena Melter und Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

Zu den sich in dem Gebäude treffenden Verbänden und Interessengruppen zählen die Partnerorganisation des Freundeskreises Heidelberg-Simferopol mit dem Namen „Heidelberg-Haus" (zuständig für die Koordination der Aktivitäten und die Verwaltung des Zentrums), der Krimverband der Zwangsarbeiter und seine Simferopoler Abteilung, die Krimabteilung der ukrainischen Stiftung "Gegenseitiges Verständnis und Toleranz", der PHAB-Klub (ein Zusammenschluss von behinderten und nichtbehinderten Menschen), das Deutsche Sprachlernzentrum, Partner des Goethe-Instituts Ukraine, der Selbsthilfeverein für Diabetiker, der medizinisch-soziale Hilfsdienst der Manfred Lautenschläger-Stiftung, der Literatenklub, sowie das  therapeutisches Singen und ein Kindertheater. (oder hier lesen Sie mehr)

In der Einrichtung wird ein Selbsthilfeprojekt zur Betreuung und sozialen Unterstützung ehemaliger Zwangsarbeiter und NS-Verfolgter durchgeführt, wobei die Ausgabe von Medikamenten genauso unterstützt wird wie die soziale Zusammenkunft der Betroffenen. Gut besucht sind die regelmäßigen, gemütlichen Treffen mit dem Motto "Aus ganzem Herzen...", an denen die Jubilare des jeweiligen Monats gefeiert werden. Großer Beliebtheit erfreuen sich bei den betagten Menschen auch die Retro-Abend mit Schlagern der 30-Jahre, die ein junger Enthusiast mit Original Schellackplatten veranstaltet. Vorträge über Themen wie Gesundheit und Ernährung im Alter stoßen meist bei den jüngeren Generation ehemaliger Zwangsarbeiter, d. h. bei den über 70-jährigen, auf reges Interesse.

Im Heidelberg-Zentrum werden auch nationale und internationale Gedenktage, die an den zweiten Weltkrieg erinnern, begangen, so unter anderem der Tag der Befreiung der Gefangenen aus den KZ-Lagern und der Tag des Sieges über die Deutschen.

Die Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützte darüber hinaus Projekte und Initiativen, um einen regen Austausch zwischen den Universitätskliniken zu fördern. Ärzte und Ärztinnen der Medizinischen Universität Simferopol wurden durch ein Kurzstipendium an der Frauenklinik und in der Chirurgie nach Heidelberg gebracht. Des Weiteren wurde eine LKW-Ladung mit medizinischen Geräten überführt und die Schulung der Ärzte vor Ort. Seit 2012 ist die zusätzliche Kooperation mit der Universität Heidelberg, auch die Ballschule von Professor Klaus Roth des Sportinstituts Heidelberg wurde erfolgreich nach Simferopol exportiert.

Unterstützung des Bildungswerkes Weilau

2008 und 2009 unterstützte die Manfred Lautenschläger-Stiftung das Bildungswerk Weilau (BWW e.V.), einen Verein mit Sitz in Heddesheim.

Ziel ist die Förderung von begabten Kindern in Siebenbürgen, Rumänien. Die Förderung der Stiftung ermöglichte der ersten Stipendiatin des Werkes, Adriana Tutura (inzwischen Dörr) aus Weilau ein Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

Darüber hinaus förderte die Stiftung 2012 und 2013 den Bau eines Bildungshauses in Reghin, Rumänien.

Romalager Habesch , Slowakei

Als Bruder Lukas, ein Benediktinermönch aus Maria Laach (Eifel), vor Jahren zusammen mit dem Kellerladen e.V. durch Zufall auf der Rückreise von der Ukraine das Romalager in Secovce in der Slowakei sah, entschied er spontan, dort zu helfen. Das Lager Habesch wird seit Jahrhunderten von Roma bevölkert, heute leben dort 1200 Roma ohne Arbeit, ohne Perspektive und ohne Hoffnung. Aufgrund eines persönlichen Kontakts entschied sich die Manfred Lautenschläger-Stiftung, diese Initiative von Bruder Lukas finanziell zu unterstützen.

2011 war der Zustand im Lager besonders schlimm. „Nach tagelangem Regen stand das Lager, in dem es keine Kanalisation gibt, unter Wasser. Dort, wo kein Wasser war, war Schlamm, der sich mit dem Müll vermischte. Dazwischen liefen Kinder barfuß und ohne Hosen umher. Und das bei Temperatuten nur wenig über Null“ beschrieb Bruder Lukas das Gesehene.

Auch wenn die Manfred Lautenschläger-Stiftung in der Regel Projekte in der Metropolregion Rhein-Neckar fördert, entschieden sich spontan alle Beteiligten, dass in diesem Fall eine Ausnahme gemacht und schnell und unbürokratisch geholfen werden muss. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützte Bruder Lukas und den Kellerladen e.V., um ein Haus zu renovieren, in welchem jetzt Essen für bedürftige Kinder ausgegeben wird.

Internationaler Bauorden (IBO)

Der Internationale Bauorden organisiert seit über fünfzig Jahren die Unterstützung sozialer und gemeinnütziger Einrichtungen durch Bau- und Renovierungsarbeiten. Vorwiegend junge Menschen wie SchülerInnen, StudentInnen, Auszubildende und Angestellte arbeiten ehrenamtlich bei den Projekten mit.

Wiederaufbau eines Hauses in Ungarn, 2010

2009 wurde in Tatarszentgyörgy (Ungarn) das Haus einer Roma-Familie angezündet - die Brandleger warteten vor dem Haus, um die fliehenden Roma zu erschießen. Vater und Sohn wurden tödlich getroffen, die kleine Tochter konnte sich verletzt ins Gebüsch retten und die Mutter erlitt schwere Verbrennungen, da sie im Haus blieb.

Nach dieser unvergleichlichen Jagd auf Roma in Ungarn entschied die Manfred Lautenschläger-Stiftung, dagegen ein Zeichen zu setzen und den Bauorden bei dem Wiederaufbau des Hauses zu unterstützen.