"Man sollte die Verantwortung, die einem auferlegt ist, wahrnehmen und alle Möglichkeiten, die man finanziell hat nutzen, um zu helfen."

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

Schwimmfix

Schwimmfix – ein Projekt der Manfred Lautenschläger-Stiftung, des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg, Pädagogischen Hochschule & der Stadt Heidelberg

 

Schwimmkids durch Schwimmfix I

Manfred Lautenschläger initiierte Schwimmfix im Jahr 2005 und unterstützt seither das innovative Konzept, das am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg (ISSW) konzipiert wurde.
Projektziel: In Heidelberg sollen alle Kinder nach der zweiten Klasse „in einer Schwimmart sicher schwimmen“ – wie vom Bildungsplan des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport gefordert.

Ausgang
Laut Statistik der DLRG sind im vergangenen Jahr in Deutschland 606 Menschen ertrunken, 27% mehr als 2005 (477). „Für eine moderne, hoch entwickelte Gesellschaft ist diese Bilanz nicht akzeptabel. Wenn wir die Opferzahlen nachhaltig senken wollen, müssen alle Beteiligten ... noch viele Hausaufgaben erledigen. Wir brauchen ... eine verbesserte Schwimmfähigkeit der nachwachsenden Generation“, fordert DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens.

Kein SpaĂź im Nass: 35% unserer Kinder sind Nichtschwimmer
Untersuchungen zufolge können 35% der Kinder nach der 4. Klasse nicht schwimmen, obwohl der Bildungsplan des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport (2004) für das Ende der Grundschule eindeutig eine hinreichend ausgebildete Schwimmkompetenz fordert. Die Kinder sollen nicht nur „in einer Schwimmart sicher schwimmen“, sondern noch „weitere Schwimmarten kennen“, so der Bildungsplan.
 

Die Forderung eines flächendeckenden und erfolgreichen Schwimmunterrichts hat mehrere gute Gründe:

  • Sicherheitsaspekt:

Die – eingangs erwähnte – seit Jahren wachsende Zahl der Badeunfälle erfordert verstärkte Anstrengungen zur Verbesserung der Situation. Gerade im Kindesalter werden die verschiedenen Schwimmarten am leichtesten gelernt.

  • Gesundheitsaspekt:

Schwimmen zählt zu den anerkannt gesunden Sportarten, die – wenn sie frühzeitig erlernt werden – problemlos bis ins hohe Alter ausgeübt werden können. Für übergewichtige Schüler ist Bewegung im Wasser ideal, denn der statische Auftrieb entlastet die Gelenke, und der Strömungswiderstand „frisst“ die Kalorien, d. h. Schwimmen ist für diese Schüler die beste Einstiegssportart.

  • Sozialer Aspekt:

Schüler, die nicht schwimmen können, werden im Sommer ausgegrenzt, wenn die Freunde im Schwimmbad spielen oder schwimmen.

  • Emotionaler Aspekt:

Ins Wasser springen, im Wasser spielen, im Wasser schwimmen steigert das SelbstwertgefĂĽhl und vermittelt Wohlbefinden.

Erhöhung der Effektivität
Das Grundrecht des Schwimmenlernens für alle Kinder werden wir nur dann erreichen können, wenn neben der Verbesserung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses das Zeitproblem gelöst wird; also die Kinder einer Klassenstufe häufiger als nur einmal pro Woche Schwimmunterricht erhalten.

Die Eckpunkte des Schwimmfix-Konzepts sind:

  • Es wird den Schulen empfohlen, in der Klassenstufe 2 nur den Nichtschwimmern Schwimmunterricht zu erteilen.
  • Der Schwimmunterricht (nur Nichtschwimmer!) wird als Ergänzungsunterricht unmittelbar nach dem regulären Schulunterricht am Vormittag organisiert (= äuĂźere Differenzierung des Unterrichts).
  • Die SchĂĽler werden von der Schule abgeholt und nach dem Unterricht wieder zur Schule befördert.
  • Das Lehrer-SchĂĽler-Verhältnis beträgt 1:4, maximal 1:5, wobei dem jeweiligen Fachlehrer studentische Lehrassistenten (Institut fĂĽr Sport und Sportwissenschaft und Pädagogische Hochschule) zur Seite gestellt werden.
  • Der Schwimmunterricht findet zwei- bis dreimal pro Woche statt.Ziel ist es, dass die Teilnehmer des jeweiligen Ergänzungsunterrichts spätestens nach 16 Unterrichtseinheiten (nach ca. 6–8 Wochen) schwimmen können.

 

Viel SpaĂź im Nass
Durch die Unterstützung von Manfred Lautenschläger wurden die studentischen Lehrassistenten und die Schülerbeförderung über einen Zeitraum von zunächst 4 Jahren finanziert. Aus „kein Spaß im Nass!“ wurde somit ohne Zweifel für viele Kinder „viel Spaß im Nass!“.
Das Schwimmfix-Projekt wird vom Institut für Sport und Sportwissenschaft in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule, dem Ministerium für Jugend, Kultus und Sport, dem Amt für Schulaufsicht und Schulentwicklung, dem Amt für Sport und Gesundheitsförderung der Stadt Heidelberg, den Stadtwerken und dem Schulverwaltungsamt durchgeführt.
 

Erste Bilanz des Schulschwimm-Konzepts des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg
Waren im Jahr 2005 noch 30–60% der Heidelberger Grundschüler Nichtschwimmer, können heute, im Jahr 2009, über 90% der Grundschulkinder (Klasse 2 bis Klasse 4) schwimmen. In 4 Jahren haben über 700 Schüler im Schwimmfix-Projekt schwimmen gelernt.

Das Ministerium für Kultus, Unterricht und Sport, die Stadt Heidelberg, die betroffenen Schulrektoren, Eltern und Schüler, die Pädagogische Hochschule und das Institut für Sport und Sportwissenschaft bedanken sich bei Herrn Lautenschläger für die zündende Idee, die Initiative und „last but not least“ für die großzügige finanzielle Unterstützung.

Dankschreibungen 2009 [PDF]

 

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