"Man sollte die Verantwortung, die einem auferlegt ist, wahrnehmen und alle Möglichkeiten, die man finanziell hat nutzen, um zu helfen."

Dr. h. c. Manfred LautenschlÀger

Schwerpunkt Diabetes

 

Ein besonderes Anliegen der Manfred LautenschlĂ€ger-Stiftung ist die Erforschung von Diabetes sowie der Wissenstransfer von Forschungsergebnissen in die Öffentlichkeit. Am UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg wurde ein neues Forschungszentrum eingerichtet, in dem sich Internisten und Chirurgen gemeinsam mit der Erforschung und Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes) befassen. Die Stiftung möchte damit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass schwere LangzeitschĂ€den wie Nierenversagen, Herzinfarkt und Erblindung bei zuckerkranken Patienten vermieden oder vermindert werden. Über fĂŒnf Jahre werden seit 2003 insgesamt 3,1 Millionen Euro fĂŒr klinische Studien, Projekte der Grundlagenforschung und den Aufbau einer interdisziplinĂ€ren Spezialambulanz zur VerfĂŒgung gestellt.

In diesem Forschungsschwerpunkt kooperieren Prof. Dr. Dr. h.c. Markus W. BĂŒchler, Ärztlicher Direktor der Abteilung fĂŒr Allgemein und Viszeralchirurgie und Prof. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel an der Medizinischen UniversitĂ€tsklinik, Heidelberg. Die Studien fanden am St. Josefskrankenhaus Heidelberg (Akademisches Lehrkrankenhaus der UniversitĂ€t Heidelberg) unter der Leitung von Prof. Dr. med. C. Hasslacher statt.

„Der Diabetes mellitus ist die hĂ€ufigste Stoffwechselerkrankung in den Industrienationen mit stark steigender Tendenz. Nach Hochrechnungen werden in Deutschland bis zum Jahre 2015 rund 10 bis 12 Millionen Menschen einen Diabetes mellitus haben. Trotz guter Therapiemöglichkeiten des Diabetes stellt die Entwicklung von GefĂ€ĂŸkomplikationen an den kleinen und großen GefĂ€ĂŸen nach wie vor ein großes Problem dar: Herzinfarkte und HirnschlĂ€ge treten bei Patienten mit Diabetes 1,5 bis 2-fach hĂ€ufiger auf, die diabetische Nephropathie ist seit Jahren die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr ein Nierenversagen, die diabetische Retinopathie die hĂ€ufigste Ursache einer Erblindung im Erwachsenenalter.“ (Prof. Dr. med C. Hasslacher).

Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen zu dem ĂŒbergeordneten Thema „kardiovaskulĂ€rer und renaler Komplikationen“ formuliert und die CARISMA- Studie (Cardio-renales Risiko bei Diabetikern mit Nephropathie) initiiert.

Die „LautenschlĂ€ger Stiftung Diabetes“, die von Herrn Dr. h.c. Manfred LautenschlĂ€ger 2004 ins Leben gerufen wurde, ermöglichte am St. Josefskrankenhaus Heidelberg die intensive wissenschaftliche Bearbeitung verschiedener klinischer Fragestellungen zum Diabetes, insbesondere zu den diabetestypischen GefĂ€ĂŸerkrankungen. Die dazu begonnene Beobachtungsstudie, in die mehrere hundert Diabetiker aufgenommen und ĂŒber Jahre beobachtet werden konnten, gab zum anderen jungen Ă€rztlichen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit im Rahmen dieser Studie eine breite diabetologische Ausbildung zu erfahren. Nicht zuletzt haben hunderte von Patienten mit Diabetes durch die eingesetzten diagnostischen Mittel und die Ă€rztlichen Beratungen einen unmittelbaren Nutzen gehabt.

Prof. Dr. med. C. Hasslacher, Leitender Arzt am St. Josefskrankenhaus Heidelberg, legt nach fĂŒnf Jahren der Förderung durch die LautenschlĂ€ger-Diabetes-Stiftung den Ergebnisbericht zu den klinischen Studien vor.


Um differentielle Fragestellungen der Leukozytenrekrutierung zu untersuchen, wurde ein neuartiges Modell (intravitale 4D-Zeitraffermikroskopie) entwickelt. Dieses Modell erlaubt es direkt zu visualisieren und quantitativ zu analysieren, wie die Zellen des Immunsystem in und aus den BlutgefĂ€ĂŸen auswandern und wie sie ihre immunologische Funktion im Gewebe entfalten. Die bisher gewonnen Ergebnisse beschreiben zum ersten Mal die AdhĂ€sionskaskade bei der intrapankreatischen Leukozytenrekrutierung und haben eine wichtige Bedeutung fĂŒr das bessere VerstĂ€ndnis dafĂŒr, wie die Immunantwort beim Diabetes mellitus und beim Pankreaskarzinom induziert werden könnte.

 

In einem weiteren großen Schwerpunktprojekt wird in der sogenannten CapRI Studie durch Prof. BĂŒchler ein neuartige Therapieschema zur Behandlung des Pankreaskarzinoms, das in Seattle erstmals angewandt und an einer kleinen Zahl von Patienten getestet wurde, mit der derzeit besten klinischen Therapie in Deutschland verglichen.

 

Förderprojekte
o Diabetesprojekt UniversitÀtsklinikum HD/Chirurgie/St.Josephskrankenhaus HD
o Diabeteszentrum Heidelberg e.V.

 

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