"Man sollte die Verantwortung, die einem auferlegt ist, wahrnehmen und alle Möglichkeiten, die man finanziell hat nutzen, um zu helfen."

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

Ausgrabungsprojekt Ramat Rachel


Ramat Rachel ist ein Kibbuz in Israel am südlichen Stadtrand Jerusalems mit Blick auf Betlehem. Als Kibbuz im Grenzgebiet wurde er von 1929 bis1967 dreimal zerstört. Im Krieg 1948 wechselte die Herrschaft sechsmal, und 1967 war er Ziel intensiven Artilleriebeschusses von jordanischer Seite aus.

Überreste eines groß angelegten Palastes und Anlagen zur Wasserversorgung wurden hier ausgegraben. Möglicherweise sind die in die Zeit des frühen Königtums in Israel zu datieren. Der Ort zeigt Siedlungsspuren aus neubabylonischer, persischer, hasmonäischer und römischer Zeit.

Benjamin Mazar und Moshe Stekelis leiteten 1930/31 die erste wissenschaftliche Grabung vor Ort. Jochanan Aharoni führte weitere, gründlichere Kampagnen zwischen 1959 und 1962 durch und identifizierte den Ort vorläufig mit dem biblischen Ort Bet ha-Kerem (Jer 6,1). Der Name Ramat Rachel (dt. Rachels Anhöhe) wurde dem Ort vom Kibbuz verliehen, die antiken Überreste wurden auf arabisch jedoch Khirbet es-Sallah genannt. Yiga'el Yadin, der selbst nie am Ort grub, schlug eine Datierung des von Aharoni ausgegrabenen „Palastes“ in die Zeit der Königen Atalja vor und identifizierte ihn mit dem „Haus des Baal“ (2 Kön 11,18).

Zu den zahlreichen bedeutenden Funden, die bei den Ausgrabungen zutage traten, gehören die LMLK-Siegelabdrücke auf abgebrochenen Krughenkeln, welche oft noch ein oder zwei Worte bisher ungeklärter Bedeutung enthalten. Gabriel Barkay, ein weiterer Ausgräber, der 1984 Ramat Rachel untersuchte, stellte die These auf, daß der antike Name des Ortes MMST – eines der vier ungeklärten Worte – gewesen sein könnte. Die These Barkays wird durch eine von Aharoni gefundene Tonscherbe gestützt, die möglicherweis eine gezeichnete Darstellung Hiskijas enthält, welcher zur Herstellungszeit jener Krüge König war. Allerdings wurden in Ramat Rachel mehr Henkel mit der Aufschrift HBRN (Hebron) oder SJF (Siph) als mit MMST gefunden.

Eine neuerliche Grabungskampagne begann 2004 unter der Leitung von Oded Lipschits und Manfred Oeming (Universität Heidelberg). Nach Ansicht von Lipschits könnte es sich um die aus Jer 41,17 bekannte „Herberge Kimhams“ handeln.

Zur UnterstĂĽtzung der studentischen Teilnehmer an dieser Grabung steht eine groĂźzĂĽgige Spende von Manfred Lautenschläger zur VerfĂĽgung.

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