„Man sollte die Verantwortung, die einem auferlegt ist, wahrnehmen und alle Möglichkeiten, die man finanziell hat, nutzen, um zu helfen.“

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

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Jahresbericht 2016

Erste Ergebnisse von EMIRA auf Pressekonferenz vorgestellt

Das vom Institut für Public Health der Universität Heidelberg, der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) und dem Centre de Recherche en Santé de Nouna (Burkina Faso) entwickelte und seit 2013 durchgeführte Projekt „Ecologic Malaria Reduction for Africa“ (EMIRA) ist nun abgeschlossen worden. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung hat diese neuartige Strategie zur Bekämpfung der Malaria, die in Burkina Faso durchgeführt wurde, mit 450.000 € unterstützt.

In einer Pressekonferenz mit Dr. Ali Sié (Centre de Recherche en Santé de Nouna), Prof. Dr. Norbert Becker (KABS e.V.), Prof. Dr. Till Bärnighausen, Prof. Dr. Rainer Sauerborn (beide Institut für Public Health, Universitätsklinikum Heidelberg) und Markus Lautenschläger am 18.10.2016 wurden erste Ergebnisse des Projekts vorgestellt und mögliche Anschluss-Strategien diskutiert.

Prof. Dr. Till Bärninghausen, Peter Dambach, Markus Lautenschläger, Prof. Dr. Rainer Sauerborn, Prof. Dr. Norbert Becker und Dr. Ali Sié auf der Pressekonferenz

Hintergrund: Ein in der Mückenbekämpfung am Rhein bereits seit vielen Jahren bewährtes Larvizid, Bti (Bacillus thuringiensis israelensis), wurde zur Mückenbekämpfung im Nordwesten von Burkina Faso eingesetzt. Dieses biologische Mittel tötet (ausschließlich) Mückenlarven in Brutgewässern ab und verhindert so die Ausbreitung der Überträgermücken. Das Ziel ist es, die Anzahl der Malariainfektionen zu verringern.

Eine große Herausforderung war die Vermeidung der hohen Kosten, die entstehen würden, wenn flächendeckend sämtliche Brutstätten in der Nähe von Siedlungen behandelt würden. Daher wurden anhand von satellitenbildbasierten Risikokarten für jedes Dorf des Gesundheitsdistrikts die aufgrund ihrer Lage, Beschaffenheit und Mückenproduktivität gefährlichsten Brutstätten ermittelt. Ein lokales Team behandelte mit Beginn der Regenzeit gezielt nur diese Gewässer. Diese kostensparende, selektive Anwendung des Larvizids ist ein Novum in der Malariabekämpfung.

Erste Ergebnisse und Erkenntnisse:

  • Im Modelldistrikt konnte gezeigt werden, dass die Methode die Malaria-Mücken effektiv bekämpft. Die Anzahl der Stechmücken in den Dörfern ging deutlich zurück, um fast 80 Prozent. Zum Vergleich: Am Oberrhein liegt der Wert nach jahrzehntelanger Erprobung und immer weiter perfektionierter Anwendung bei 90 Prozent. In welchem Umfang die Malaria-Infektionen reduziert wurden, wird derzeit noch ausgewertet und dann bekannt gegeben.

  • Das Mittel erwies sich auch in Burkina Faso als gut einsetzbar und leicht in der Handhabung.

  • Die in dem Projekt angewandte selektive Behandlung ist mit weniger als einem Dollar pro Einwohner und Jahr relativ günstig, v.a. im Vergleich zu den gewaltigen Kosten, die durch das Verteilen von Bettnetzen und bei weiteren herkömmlichen Maßnahmen gegen die Malaria entstehen.

  • Die Bevölkerung hat das Projekt sehr gut angenommen und steht dem Ansatz einer Befragung zufolge sehr positiv gegenüber.

Weitere Ziele:

  • Eine dauerhafte Etablierung des Projekts, zunächst im ganzen Distrikt Nouna.

  • Die Politik in Burkina Faso und in weiteren betroffenen Ländern von diesem Ansatz überzeugen.

  • Förderer für Fortführung des Projekts nach dieser Pilotphase gewinnen.

  • Die Projektergebnisse weiter publizieren, um einen möglichst hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen.

Berichterstattung:

http://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Stechmueckenbekaempfung-wird-zum-Exportschlager-_arid,229188.html

http://www.morgenweb.de/region/mannheimer-morgen/metropolregion/hilfe-beim-kampf-gegen-malaria-1.3006168

http://www.rnf.de/mediathek/video/kampf-der-malaria-die-region-hilft-in-afrika/

Mitteilung des Universitätsklinikums:

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/prins_dokumente/dokumente/dok_20161018134505_d551fd8c04.pdf

» zur Projektbeschreibung