„Für mich ist es wichtig, die Früchte der Arbeit zu sehen, sie in der Nähe zu haben. Ich brauche diese Nähe, denn ich brauche die Möglichkeit, ein Projekt aktiv begleiten zu können und ich brauche dieses Gefühl, etwas zu bewirken. Es ist für mich die Bestätigung meiner Identität als stiftender Unternehmer, als unternehmender Stifter.“

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

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Jahresbericht 2016

Kunst & Kultur

In der Kunst bildet sich die Schaffenskraft des Menschen über das wirtschaftlich Notwendige hinaus ab. Ohne eine Kultur und ein kollektives kulturelles Bewusstsein als Antriebskraft wären wirtschaftliche Ideen, Staats- und Gesellschaftsformen nicht entstanden, die wir heute als selbstverständlich voraussetzen. Kunst und Kultur stiften also Identität und sind als eine ideelle Lebensgrundlage für eine bessere und vor allem friedliche Gesellschaft unverzichtbar. 

Die künstlerische und kulturelle Vielfalt in der Region zu erhalten und zu stärken ist daher eines der Ziele der Manfred Lautenschläger-Stiftung. Auch soll das Profil der Stadt Heidelberg als eine Stadt der Kunst und der Kultur geschärft und in die öffentliche Wahrnehmung gerückt werden.

Heidelberger Frühling

Die künstlerische und kulturelle Vielfalt in der Region zu erhalten ist eines der Ziele der Manfred Lautenschläger-Stiftung.  Das Musikfestival „Heidelberger Frühling“ trägt in großem Maße zu dieser Vielfalt -  durch Denkanstöße, Begegnungen und Dialog in der Kunst und der Kultur - bei. Der Selbstanspruch ist, die Aktualität der Vergangenheit in einen konzeptuellen Ausgleich mit der Kunst unserer Zeit zu bringen.

Heidelberger Frühling

Das Festival zeigt, dass Fundraising für eine kulturelle Veranstaltung funktionieren kann, wenn sich viele Personen von einer Sache begeistern lassen und mit gutem Beispiel voran gehen. „Das mag emotional klingen, aber was wäre ich als Stifter, wenn ich mich im Zuhören, im Hineinhören in die Gesellschaft nicht auch faszinieren lassen würde“ lautet Lautenschlägers Antwort auf die Frage, wieso er dieses Projekt unterstützt. Der Heidelberger Frühling ist durch selbstkritische Kontinuität und auch durch das Engagement von Sponsoren zu einem der bedeutendsten Festspielen Deutschlands geworden.

» www.heidelberger-fruehling.de

Seit 2012 unterstützt die Manfred Lautenschläger-Stiftung neben der generellen Förderung des Heidelberger Frühlings den Auftritt des Bundesjugendballetts John Neumeiers. Diese jungen Balletttänzer möchten durch mutige Performances an teilweise ungewöhnlichen Orten ihre Kunst stärker in der Gesellschaft verankern und ihrer Kunstform Geltung verleihen.

» www.bundesjugendballett.de

Karlstorbahnhof

Der Karlstorbahnhof bereichert die Heidelberger Kulturszene ungemein und ist bekannt für mutige Aufführungen und auch politische Statements. Er ist eines der wichtigsten und innovativsten Kulturhäuser in der Metropolregion Rhein-Neckar und steht überregional für ein herausragendes Programm. Musik, Literatur und Film greifen die aktuellen Strömungen in Kunst und Kultur auf und bilden gesellschaftliche Diskussionen und Entwicklungen ab.

Aussenansicht Karlstorbahnhof Foto: Frank Rossi

BASCHRASS
Mit dem Festival BASCHRASS – Musik der Sinti und Roma fügt der Karlstorbahnhof der  Veranstaltungslandschaft der Region eine weitere Facette hinzu. In Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma und präsentiert von  dem Medienpartner SWR2 bringt der Karlstorbahnhof Gipsy Jazz, Balkansounds und Weltmusik auf die Bühne. Die Melodien und harmonischen Modelle entstehen nicht nur auf dem Notenblatt, sondern in besonderem Maße aus der Kunst des Hinhörens, der Verarbeitung aus dem Stehgreif und der spontanen Improvisation. Unzählige Generationen von innovativen Musikern geben so den folkloristischen Traditionen ihres Landes in der Musik der Sinti und Roma immer wieder ein neues musikalisches Gesicht, das sich bis heute ständig wandelt. Die große musikalische Neugierde und Offenheit hält ihre Musik zu jeder Zeit aufregend, aktuell und geprägt von einer eigenständigen kulturellen Identität.

„BÄÄM! Der Deaf Slam”
Im Rahmen der Filmtage des Karlstorkinos, die unter dem Motto „überall dabei“ in Kooperation mit dem Paritätischen Gesamtverband und der Aktion Mensch durchgeführt  wurden, lief der Film „Deaf Jam“. Zwei Sprachen, zwei Kulturen, ein Gedicht: eine gehörlose Schülerin aus NY trifft in der  Slam Szene auf eine hörende Slam Poetin, die beiden Frauen bilden ein einzigartiges Duo. Inspiriert von diesem Dokumentarfilm rief die Aktion Mensch zum bundesweiten Poetry Slam-Wettbewerb „BÄÄM! Der Deaf Slam” auf. Gehörlose Nachwuchs-Poeten wurden aufgefordert, mit der Kraft ihrer Sprache – egal ob Lyrik, Rap, Freestyle, Poesie oder Geschichten – um die Gunst des Publikums zu kämpfen. Im November schließlich feierte der DEAF SLAM – Poetry Slam für Gehörlose im Karlstorbahnhof seine Deutschland-Premiere in Kooperation mit dem Paritätischen Gesamtverband.  Nach Heidelberg wurden daraufhin in vier weiteren Städten (Berlin, Dortmund, München, Hamburg) Workshops mit anschließendem Slam durchgeführt. Es hat sich bereits bei der Premiere gezeigt: Der Poetry Slam fand im Deaf Slam in der Vielfalt und Ausdrucksstärke der Gebärden eine wesentliche Bereicherung und ist im Sinne der Inklusion eine hervorragende kulturelle Möglichkeit Brücken zu bauen.

» www.karlstorbahnhof.de

Poetry Slam

Ein Poetry Slam ist ein Wettbewerb der Bühnendichter. Die Veranstaltungsform entstand in den 80er Jahren in den USA und verbreitete sich bald weltweit, derzeit gilt die deutschsprachige Slam-Szene nach der englischsprachigen als die zweitgrößte der Welt. Jeden Herbst kommt eine Vielzahl von Poetinnen und Poeten zum Saisonhöhepunkt zusammen, den deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam.

Slammer in Aktion

Der Anteil der Nettoausgaben für Kultur an den Gesamtausgaben der Länder bewegt sich in aller Regel im Bereich von höchstens 1-2 Prozent, wovon einer freien Kulturszene kaum jemals mehr als vielleicht 5 Prozent zugutekommen. Da die Politik oftmals Zwängen unterliegt, die es ihr nahezu unmöglich machen, mehr Mittel für Theater, Konzerte und eben auch Poetry Slams zur Verfügung zu stellen und weil die Manfred Lautenschläger-Stiftung eine ihrer Aufgaben darin sieht, möglichst viele Lebensbereiche in der Region und auch darüber hinaus zu fördern, passt die Unterstützung des Sam 2012  hervorragend in das Programm der Stiftung: Ein Ereignis, zu dem über vier Tage junge Menschen aus mehreren Ländern zusammenkommen, um ihren sprachlichen Meister zu küren und in dessen Rahmen außerdem der Nachwuchs durch einen U20-Wettbewerb eingebunden wird. Überdies ein Ereignis, welches vermittelt, dass Lesen und Schreiben, das Beherrschen der Sprache und des Wortes nicht nur wichtige Fähigkeiten sind, sondern auch Spaß machen. So fördert Slam Sprache, Kreativität, fördert die Jugend und bereichert schon seit Jahren das Kulturangebot des Rhein-Neckar-Raumes. Gleichzeitig findet ein Austausch zwischen verschiedenen Regionen und Ländern statt und es ist neben dem kulturellen sogar ein sportlicher Aspekt erkennbar: der friedliche Wettkampf der Poeten, der Autoren, der Dichter.

Heidelberger Stückemarkt

Der Heidelberger Stückemarkt ist ein weiteres Ereignis, das im Sinne der künstlerischen und kulturellen Vielfalt der Region gefördert wird. Der Stückemarkt, der sich seit Bestehen über die Jahrzehnte immer weiter entwickelt hat, bietet jedes Jahr einem Gastland die Möglichkeit, seine aktuelle Theaterlandschaft vorzustellen.

Verleihung des Autorenpreises 2014 durch Markus Lautenschläger Foto: Florian Merdes

Verliehen werden im Rahmen des Heidelberger Stückemarktes neben dem Jugendstückepreis, dem internationalen Autorenpreis, dem Nachspielpreis und dem Publikumspreis auch der von der Manfred Lautenschläger-Stiftung gestiftete Autorenpreis. Der Gewinner dieses Preises bekommt neben dem Preisgeld die Möglichkeit, das Festival im darauf folgenden Jahr zu eröffnen.

Kurpfälzisches Museum

Das Kurpfälzische Museum findet seinen Ursprung im frühen 19. Jahrhundert. Der französische Emigrant Charles de Graimberg begann 1810, sich der Geschichte des Heidelberger Schlosses und des pfälzischen Fürstenhauses zu widmen. Bis heute versteht sich das Kurpfälzische Museum als Ort, der durch seine umfangreichen Sammlungsbestände in den Bereichen Gemälde, Graphik und Skulpturen (15. – 20. Jh.), Kunsthandwerk, Archäologie, Stadtgeschichte und Kurpfalz ein einzigartiges Bild der ehemaligen Kurpfalz und ihrer Hauptstadt Heidelberg darstellt.

Außenansicht des Palais Morass, in dem sich das Kurpfäzische Museum befindet Foto: Bildhauer Photo, Heidelberg

Als Wahlheidelberger ist Manfred Lautenschläger auch daran gelegen, aufzuzeigen, welch zentrale Rolle Heidelberg und die Kurpfalz bereits in der Vergangenheit eingenommen hat/haben (?). So fördert die Stiftung einzelne Ausstellungen des Museums, die fast vergessene geschichtliche Einflussnahmen Heidelbergs darstellen. Genannt seien hier die Sonderausstellung „Macht des Glaubens“ zum 450jährigen Jubiläum des Heidelberger Katechismus und die länderübergreifende Wittelsbacher-Ausstellung, an der das Museum mit der Sonderausstellung „Die Grablegen der Wittelsbacher in Heidelberg“ beteiligt war.

Mehr zu Katechismus

1562 gab Kurfürst Friedrich III den Heidelberger Katechismus in Auftrag. Ursprünglich für die Kurpfalz gemacht, fand der Heidelberger Katechismus im 17. Jahrhundert weite Verbreitung, er wurde in 40 Sprachen übersetzt. Als Hauptverfasser des Textes gilt Zacharias Ursinus aus Breslau, ein Schüler Philipp Melanchthons.

Mehr als 20.000 Besucher besichtigten die Sonderausstellung „Macht des Glaubens“ anlässlich des 450jährigen Jubiläums des Heidelberger Katechismus. Für weitere Informationen besuchen Sie gerne die Seiten

» www.museum-heidelberg.de/pb/,Lde/897766.html

» www.heidelberger-katechismus.net/6401-214-227-50.html

Mehr zu Wittelsbacher

Ein Geschichtsereignis der besonderen Art gab es 2013 in der großen länderübergreifenden Wittelsbacher-Ausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen. Das Kurpfälzische Museum war daran mit der Sonderausstellung „Die Grablegen der Wittelsbacher in Heidelberg“ beteiligt. Sie wurde Anfang September 2013 am Tag des offenen Denkmals in der vollbesetzten Jesuitenkirche eröffnet.

Die Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützte diese Ausstellung, da „sie ein gelungenes Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität“ ist, so Manfred Lautenschläger. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Jörg Peltzer vom Historischen Seminar<s>,</s> wurde Licht in ein wichtiges Kapitel der mittelalterlichen Geschichte Heidelbergs als Hauptstadt der Kurpfalz geworfen. Die heute nicht mehr im Stadtbild wahrnehmbaren frühen Grablegen der Wittelsbacher im ehemaligen Augustinerkloster, am Universitätsplatz<s>,</s> oder im Franziskanerkloster am heutigen Karlsplatz wurden eingehend erforscht. Die Ergebnisse waren noch bis zum März 2014 in einer überaus ansprechenden Präsentation im Lapidarium des Kurpfälzischen Museums zu sehen.

» www.museum-heidelberg.de/pb/,Lde/Startseite/Sonderausstellungen/Wittelsbacher.html