„Die Zukunft von Kindern und Jugendlichen lieg mir sehr am Herzen. Deshalb möchte ich zu ihrer Entwicklung zu gesunden und gebildeten Menschen beitragen.“

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

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Jahresbericht 2016

Bildung

Oft ist die Teilhabe an Bildung an die Herkunft und das Umfeld gekoppelt, die formale Bildung der Kinder entspricht in aller Regel dem sozialen Status der Eltern. Die Unterstützung von Kindern aus sozial schwachen Familien und die Verbesserung ihrer Bildungschancen ist daher ein wichtiges Anliegen der Manfred Lautenschläger-Stiftung.

Bei den geistigen Entwicklungsmöglichkeiten muss zudem den veränderten Lebensgewohnheiten Rechnung getragen werden. Bei der Freizeitgestaltung droht die Nutzung von Computer, Internet und Fernsehen ein bedenkliches Ungleichgewicht zu Ungunsten des Lesens und anderweitiger kultureller und geistiger Bildung zu schaffen. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung engagiert sich in der Überzeugung, dass die Neugier und das Interesse von Kindern und Jugendlichen am Lesen und am Dazulernen oft nur geweckt werden müssen.

Sprachförderung vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe, PH Heidelberg

Lernerfolge in der Schule und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hängen maßgeblich davon ab, wie gut man die deutsche Sprache beherrscht. Um von Beginn an optimale Voraussetzungen dafür zu schaffen,  hat die Stadt Heidelberg gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und dem Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie der Universität Heidelberg ein durchgängiges Sprachförderkonzept vom Kindergarten bis zur 10. Klasse entwickelt ...

Das Projekt wird wie folgt durchgeführt: Die Stadt Heidelberg trägt die Kosten für die Förderung in den Schulen für die Klassen 1 bis 4, die Kosten für die wissenschaftliche Begleitung und Vernetzung im Verbundprojekt übernimmt die Manfred Lautenschläger-Stiftung. Die Pädagogische Hochschule wird mit der Organisation und Durchführung der Sprachförderung beauftragt. Das Sprachförderkonzept ist eine systematische Weiterentwicklung bereits bestehender Angebote in Heidelberg.

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„Lesestart - Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“ – eine Rückschau

Ob Kinder  später Bücher lesen, hängt maßgeblich davon ab, ob sie schon früh einen Bezug dazu bekommen. Kindern Bücher nahezubringen und Familien die Bedeutung von Vorlesen aufzeigen war erklärtes Ziel des Leseförderprojektes „Lesestart – Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“. Unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes erhielten Familien in der Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg ihr erstes Leseset, bestehend aus einem Bilderbuch und praktischen Tipps zum Vorlesen. Im Folgejahr bekam man beim Kinderarzt oder in der Heidelberger Stadtbücherei ein zweites Set. Das Projekt „Lesestart – Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“ hat seit seinem Start 2007 mehr als 5.000 Familien im Raum Heidelberg erreicht.

Übergabe der Vorlesematerialien in der Stadtbücherei HD

Dieses Projektmodell war bislang eine feste Größe im gesamten Lesestart-Katalog der Stiftung Lesen - dieser wurde im Sommer 2008 als bundesweit größte Leseförderungsmaßnahme für Kleinkinder als einer von „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Aufgrund der Erfahrungen, die mit Lesestart gesammelt werden konnten, war das Heidelberger Modellprojekt auch Vorbild für das aktuelle bundesweite Lesestart-Programm, das die Stiftung Lesen bis 2018 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchführt.

„Man kann gar nicht früh genug anfangen, das Vorlesen in den Familienalltag einzubauen“, erklärt Manfred Lautenschläger. „Umso mehr freut es mich, dass unser Projekt in der Universitäts-Frauenklinik so erfolgreich angelaufen ist und viele Eltern dankbar und begeistert die Lesestart-Sets aufgenommen haben“, führt Lautenschläger fort, der seit Jahren Projekte der Stiftung Lesen fördert.

„Kindern Lust auf Bücher und aufs Lesen zu machen, funktioniert am besten durch frühzeitiges und regelmäßiges Vorlesen in der Familie. Mit Lesestart in Heidelberg haben wir einen Weg gefunden, Kinder beim Entdecken von Sprache zu unterstützen und die Vorlesekultur in der Familie zu stärken“, erklärte Catharina Seegelken das Engagement der Manfred Lautenschläger-Stiftung.

Bücherei-Direktorin Christine Sass freut sich: „Wir sind stolz, dass wir schon den Allerkleinsten einen guten Start in ihre Lesekarriere ermöglichen können.“

Lesescout

Lesescouts sind Jugendliche, die ihre Erfahrungen im Bereich lesen mit ihren Freunden und Mitschülern teilen – denn wer wüsste besser, welche Bücher für Jugendliche spannend sind, als die Jugendlichen selbst? Mit Bücherpartys, Lesenächten, Vorleseaktionen und vielem mehr zeigen die Jugendlichen Gleichaltrigen und Jüngeren, wie viel Spaß Lesen machen kann und weswegen sich eine Reise in die eigene Phantasie immer lohnt.

Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 5, die spezielle Workshops von der Stiftung Lesen erhalten. Das Projekt wird finanziert von der Manfred Lautenschläger-Stiftung und steht unter der Schirmherrschaft von Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg.

Von Heidelberg aus erobert das Projekt den Rhein-Neckar-Kreis und später schließlich ganz Baden-Württemberg. Im Schuljahr 2013/14 können sich weitere Schulen aus dem Rhein-Neckar-Kreis beteiligen. Interessenten können sich gerne bei uns melden.

Lesebotschafter

Die stärkere Anbindung von Jugendlichen an Bücher in Form eines „Lesebotschafters“ ist ein weiteres Projekt der Stadtbücherei Heidelberg. Aus den über 150 Bewerbern, die gerne „Lesebotschafter“ werden wollten, suchte eine Jury 12 Heidelberger Schülerinnen und Schüler aus. 

Beginnend im Oktober 2007 unterstützten diese Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren für die Dauer von zwei Jahren für ein angemessenes Taschengeld das Büchereiteam in vielen Bereichen. Sie halfen je nach Talent und Interesse bei Dokumentationen und dem Bücherflohmarkt, assistierten den Lektorinnen bei Marktsichtung von Neuerscheinungen und Präsentation der Bücher, lasen Kindern vor und gaben Gleichaltrigen Buchtipps oder luden die Nachbarskinder zu einer Bücherrallye in die Bücherei ein. Die Jungen und Mädchen zeigten großen Einsatz und der frische Wind, den sie mitbrachten,  war eine Bereicherung für die ganze Bücherei. Alle Jugendlichen nutzten auch „privat“ regelmäßig die Bibliotheksangebote und entwickelten so eine intensivere persönliche Bindung zum Buch und zum Lesen, als dieses generell bei ihren Altersgenossen der Fall ist.

e-Ausleihe Bibliothek

Auch wenn ein physisches Buch unersetzbar ist, darf man sich nicht davor verschließen, dass es immer wichtiger sein wird, Bücher auch online zur Verfügung zu stellen. Eines der Ziele der Manfred Lautenschläger-Stiftung ist es, dass Kinder an das Lesen herangeführt werden – dabei ist es wichtig, die unterschiedlichen Möglichkeiten zu nutzen.

Die Stadtbücherei Heidelberg hat den Trend, Bücher in digitaler Form zu lesen, früh erkannt und 2009 eine e-Ausleihe eingerichtet. Über die e-Ausleihe können Kunden der Stadtbücherei eine große Bandbreite digitaler Medien ausleihen und herunterladen und zeitlich begrenzt auf ihrem eigenen Rechner und verschiedenen mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablet-PCs nutzen.

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Das Heidelberger Kompetenztraining

Unter der Leitung von Prof. Dr. Knörzer entwickelte eine Projektgruppe der Pädagogischen Hochschule Heidelberg 2005 das sogenannte Heidelberger Kompetenztraining (HKT). Ziel ist es, mentale Stärke aufzubauen und zu stärken und damit Menschen zu befähigen, Herausforderungen realistisch einzuschätzen und erfolgreich zu bewältigen. HKT-Programme wurden für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt: für Schulen, Hochschulen und für die Erwachsenenbildung. Ebenfalls erfolgreich angewendet wurde das Konzept im Bereich Rehabilitation, betrieblicher Gesundheitsförderung und Jugendleistungssport.

In der Metropolregion Rhein-Neckar wurde ein Netzwerk von Schulen aufgebaut, in denen Trainings von speziell HKT-qualifizierten Lehrkräften durchgeführt werden. Aus dieser Erfahrung heraus gestaltete das HKT die „StarkmacherSchule“ mit, seit 2012 bildet das HKT einen zentralen Baustein dieses Projektes.

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Teach First Deutschland

Mit einem Betrag von gut 100.000 Euro unterstützte die Manfred Lautenschläger-Stiftung die gemeinnützige Initiative Teach First beim Ausbau ihrer Aktivitäten in Baden-Württemberg – vor allem in der Metropolregion Rhein-Neckar, von 2010 bis 2015. Teach First setzt an einem aus der Sicht der Manfred Lautenschläger-Stiftung entscheidenden Punkt zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft an: der Verbesserung von Bildungschancen. Die bisherigen Ergebnisse der Initiative sprechen für sich und zeigen die großen Potenziale einer gezielten Förderung benachteiligter Schüler. Gleichzeitig werden die eingesetzten „Fellows“ für ihr Leben geschult, wenn sie in der Arbeit an den Schulen mit sozial benachteiligten Kindern arbeiten. Die Erfahrung zeigt: Geprägt durch diese Zeit engagieren sie sich häufig weiterhin für die Bildungschancen benachteiligter Kinder und Jugendlicher.

Pressekonferenz zum Auftakt des Grundschulpiloten Teach First in Baden-Württemberg Foto: Rothe

Teach First Deutschland schafft bessere Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit schlechten Startchancen. Dazu werden zusätzliche kompetente Fachkräfte (Fellows) für zwei Jahre in Vollzeit an Schulen in sozialen Brennpunkten tätig. Fellows sind persönlich und fachlich herausragende Hochschulabsolventen aller Studienrichtungen. Sie fördern Schüler individuell und bringen zusätzliche Angebote an die Schulen. Die konkrete Arbeit der Fellows an den Schulen ist vielseitig. Fellows fördern Schüler individuell und bringen neue Angebote an die Schulen. Sie arbeiten im Unterricht, indem sie Teilgruppen leiten oder durch Teamteaching und Einzelförderung unterstützen und schaffen zusätzliche Nachmittagsangebote. Als „Anstifter“ unterstützte Manfred Lautenschläger diese Initiative dabei, in der Metropolregion Rhein-Neckar zu starten und anschließend auch einen Grundschulpiloten zu starten.

Tariku & Desta Kids´ Education through Tennis Development (TDKET)

Seit mehreren Jahren fördert der Turniersportverein Racket Center e.V. mit der Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung und der Kindernothilfe das "Ethiopian Kids Tennis Project“, das sich zwischenzeitlich zum „Tariku & Desta Kids´ Edcation through Tennis Development (TDKET) entwickelte - beispielsweise durch längere Trainingsaufenthalte der äthiopischen Talente im Racket Center in Nußloch und durch Training in der Tennisakademie Rhein-Neckar.

Tariku Testafe und Kinder des Projekts

Begonnen hat alles in Addis Abeba. Auf 2500 Metern Höhe, in einem der ärmsten Länder der Welt, scharen zwei junge Tennistrainer, Tariku und Desta Tesfaye, über 100 Kinder um sich. Aus diesen Kindern wählen sie 20 aus mit dem Ziel, ihnen das Tennisspielen zu vermitteln. Tagtäglich um sechs Uhr morgens, vor der Schule, machen sich die fünf- und sechs-jährigen Kinder auf den Weg zum „Griechischen Club“, eine 3-Feld-Tennisanlage, in der Regierungs- und Botschaftsangehörige in ihrer Freizeit Tennissport betreiben. Bevor die Mitglieder dies tun, dürfen diese Kinder dank des ehrenamtlichen Engagements ihrer Trainer Bälle schlagen. Tag für Tag, fern jeglicher Organisationen, jeglichen Verbandes – und jeglicher Unterstützung, auch und besonders motiviert durch eine warme Mahlzeit, die Möglichkeit zu duschen und die Toilette zu benutzen, und durch freundliche Worte und wertvolle Tipps in Fragen des schulischen Fortkommens.

Acht Jahre später: Sechs dieser Kinder reisen zu Pfingsten 2008 auf Einladung des Turniersportvereins Racket Center e.V. nach Nußloch in den Rhein-Neckar Kreis. Die erstaunlichen Leistungen der Kinder überzeugen: sie gewinnen Turniere und präsentieren sich dabei als vorbildliche Sportsleute. Wieder ein Jahr später, Pfingsten 2009: Die Kinder des Projekts gewinnen Jugendtennisturniere in Deutschland und machen einen Riesensprung in Ihrer Leistungsfähigkeit.

In der Folge hat das Programm in Äthiopien mit Problemen zu kämpfen, Trainingsplätze werden entweder vorenthalten oder gar abgerissen. Umso erstaunlicher und anerkennenswerter ist das fortdauernde Engagement von Tariku Tesfaye, der das „Ethiopian Kids´ Tennis Programme“ bis heute durchführt und am Leben erhält. Immer noch werden 30 Kinder von ihm frühmorgens, nachmittags, sobald sie aus der Schule kommen, und am Wochenende den ganzen Tag lang beheimatet und trainiert.

Bis heute setzt sich auch die Tradition der jährlichen Besuche im Racket Center Nußloch fort. Die Kinder sind inzwischen zu Jugendlichen herangewachsen und zählen in ihren Altersklassen jeweils zu den besten in ganz Afrika. Sie unterstützen das Trainerduo in der Ausbildung der nächsten Tenniskinder-Generation, wodurch das Projekt weiter anwächst. Neben dem Training und dem Erfolg im Tennis steht aber auch die Bildung der Jugendlichen im Vordergrund, um ihnen eine gute Zukunftsperspektive zu schaffen. „Tennis ist das Seil, an dem sie hochklettern.“

Umfassend über das Projekt informieren können Sie sich unter: www.tdket.com

Schulbauprojekt in Äthiopien

Die Manfred Lautenschläger-Stiftung errichtete mit Hilfe der Kindernothilfe und der Ethiopian Kaie Heywet Church (EKHC) in den Jahren 2005 bis 2010 80 Schulen in Äthiopien und sorgte zudem für eine ausreichende Wasserversorgung in den entsprechenden Distrikten. 16000 Kinder und 4000 Erwachsene profitieren direkt von diesem Projekt.

Frauen, die im Rahmen des Schulbauprojektes auch unterrichtet wurden

Obwohl Bildung als einer der wichtigsten Indikatoren der menschlichen Entwicklung angesehen wird, müssen Millionen Kinder täglich arbeiten und können nicht zur Schule gehen. Vielfach sind Kinder  Armut und Hunger sowie unterschiedlichen Arten von struktureller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. Armut ist der ausschlaggebende Grund dafür, warum so viele Kinder weltweit keinen Zugang zu Gesundheit und Bildung haben. Eine Gesellschaft, in der ein Großteil nicht lesen und schreiben oder andere grundlegende tägliche Anforderungen erfüllen kann, ist fundamental in ihrer Entwicklung gehindert.

Äthiopien ist eines der Länder, in denen der Zugang zur Grundbildung problematisch ist. Die Gründe warum die Kinder nicht zur Schule geschickt werden variieren: Manche können aufgrund zu weiter Schulwege nicht zum Unterricht gehen, andere sind darauf angewiesen zu arbeiten, um so zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Wieder andere werden von ihrer Familie oder Gemeinde davon abgehalten, zur Schule zu gehen, weil diese die schulische Bildung der Kinder nicht für wichtig erachten. Selbst die Kinder, die eingeschult wurden, haben oft nicht genug Zeit, um zu lernen, Hausaufgaben zu machen oder überhaupt dem Unterricht beizuwohnen - oft kommen sie zu spät oder fehlen ganz.

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, hat die Ethiopian Kaie Heywet Church (EKHC) als Projektträger gemeinsam mit der Kindernothilfe (KNH) und der Manfred Lautenschläger-­Stiftung ein Projekt implementiert, welches 19.000 Kindern den Zugang zu Bildung ermöglicht hat, um dadurch Gemeinden weiterzubilden und zu stärken.

Durch das Projekt wurde laut einer Studie der KNH ein größeres Bewusstsein für  bei Gemeindevertretern, Eltern und Mitglieder des Schulkomitees für  die Bedeutung von Bildung für Kinder und Erwachsene geschaffen. Es kam zu einer Erhöhung der Einschulungsraten , einige Betreuer und Lehrer erhielten Schulungen mit dem Ziel, das Qualitätsniveau des Unterrichts für Kinder und Erwachsene zu erhöhen. Besonders hilfreich für die mittel- und langfristige Entwicklung der Regionen war, dass 60% der "Formal Basic Education Centers" in offizielle Schulen (Klassen 5 bis 8) umgewandelt wurden, sowie alle 80 Zentren  zu Grundschulen (Klasse 1 bis 4) ernannt und an die lokalen Regierungen übergeben wurden. Dies hat zu Folge, dass diese Schulen auch in Zukunft finanziert werden und dass der Übergang in weiterführemde Schulen möglich ist. Darüber hinaus wurden  viele Kampagnen zur Bedeutung von Bildung für Mädchen durchgeführt und in der Folge die Einschulungsrate von Mädchen auf mindestens 50% erhöht.

Viele arbeitslose Gemeindemitglieder konnten als Hausmeister, Betreuer oder Wächter eine Anstellung finden, Schulungen zum Kapazitätsaufbau wurden für Bildungsexperten der Distrikte und Mitglieder des Bildungskomitees durchgeführt und die Schulabbrecherquoten wurden in allen Projektgebieten reduziert. Das Level des Bewusstseins von Eltern und Gemeindemitglieder für Kinderrechte und Gleichstellungsfragen wurde in allen Projektgebieten gehoben und es konnte eine verbesserte schulische Leistungen der Kinder innerhalb der Schule festgestellt werden.

Erfreulich ist auch, dass es ein erhöhtes Lern-Interesse bei den Kindern - selbst in angrenzenden Distrikten – erzielt wurde. Auch wurden die Bildungskosten sowohl für die Regierung als auch für die Familien geringer.

Das Projekt war zudem erfolgreich bei der Durchführung von Schulungen für Lehrer, Betreuer und Schuldirektoren - sowohl vor Aufnahme ihres Dienstes als auch währenddessen.

Folgende Schlussfolgerungen wurden aus der Studie gezogen: Die erfolgreiche Implementierung und Durchführung von Entwicklungsprojekten basiert auf einer aktiven Beteiligung der Gemeinde und ihrer Bereitschaft, Ressourcen zur Verfügung zu stellen, der Unterstützung, angemessenen Nachverfolgung und Überprüfung der Aktivitäten durch Regierungsbeamte, einem adäquaten Budget und technischer Unterstützung, einem fristgerechten, geplanten Monitoring, Supervision und regelmäßiger Berichterstattung, kontinuierliche Aktivitäten zur Bewusstseinsschaffung in Gemeinden, sowie Schulungen  für Mitarbeiter. Monitoring und Supervision sichern die Qualität von Entwicklungsprojekten.

Förderung nachhaltiger Entwicklung in von Dürre betroffenen Gegenden in Äthiopien

Seit dem 1. November 2012 gibt es eine neue Kooperation zwischen der Manfred Lautenschläger-Stiftung, der Kindernothilfe und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Gemeinsam finanzieren sie ein Projekt, das zum Ziel hat, einen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit von ausgegrenzten Frauen, ihren Familien und Dörfern gegenüber externen Schocks und Katastrophen in neun von der Dürre betroffenen Distrikten im Südosten Äthiopiens zu stärken. Die geplante Laufzeit des Projektes beträgt 3 Jahre und 2 Monate, so dass im Dezember 2015 die wesentlichen Ziele erreicht sein sollen.

Übersichtskarte der ausgewählten Projektregionen

"Direkte Zielgruppe des Projektes sind etwa 10.000 am Rande der Gesellschaft lebende Frau­en in neun Distrikten der Regionen Afar, Somali und Oromia. Die genauen Kebeles (dies ist die kleinste Regierungseinheit in Äthiopien) werden nach einer gründlichen Untersuchung und Diskussionen im Einvernehmen mit den zuständigen Regierungs­vertreterinnen ausgewählt, wobei die Entwicklungsschwerpunkte der Regierung in den Distrikten und Kebeles berücksichtigt werden. Alle Frauen der Zielgruppe leben unterhalb der inter­national definierten Armutsgrenze von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag und werden unter Beteiligung ver­schiedener Mitglieder aus den Gemeinwesen ausgewählt. Die ausgewählten Frauen erhalten eine Einladung, sich einer Selbsthilfegruppe anzu­schließen. Da im Durchschnitt jede Frau im Projektgebiet fünf bis sechs Kinder hat, werden so 50. - 60.000 Kinder erreicht. Neben den Frauen und ihren Familien profitieren auch die Dörfer, in denen sie leben, sowie Fachministerien, gemeinwesenbasierte Organisationen und lokale Behörden durch die Verbesserung der allgemeinen Lebenssituation in den Projektstandorten. 

Das Projekt stützt sich auf die Überzeugung, dass auch Menschen am Rande der Gesellschaft Potenziale haben, die für ihre eigene Entwicklung, die ihrer Kinder und Familien, aber auch der Gemeinwesen genutzt werden können. Diese Potenziale lassen sich am besten in einer Selbsthilfegruppe entdecken und entwickeln, in der Menschen aus ähnlichen Lebens­situationen zusammen­kommen. Die Gruppen und ihre einzelnen Mitglieder erhalten Schulungen in den verschiedensten Bereichen, angefangen von finanzieller Buchführung über Gruppenorganisation und –leitung und Geschäftsplanung und –führung bis hin zu Themen wie Frauen- und Kinderrechte, Gesundheitsvor- und fürsorge und vieles mehr. Abgesehen von den ersten Ein­führungsveranstaltungen und einer Reihe vorgegebener Schulungen setzt sich jede Gruppe mit ihren spezifischen Bedürfnissen und eigenen Diskussionsthemen und –anliegen auseinander und sucht eigene Lösungen dafür. Dabei wird sie unterstützt von einem/einer ehrenamtlichen Mitarbeiter/in (Community Facilitator, CF). Die einzelnen Teilnehmerinnen werden sich ihrer Potenziale bewusst, sie werden über ihre Rechte informiert und lernen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterzuentwickeln und sie erfolgreich einsetzen, um die eigene Lebenssituation zu ver­bessern. Gleichzeitig beginnen die Frauen, kleine Beträge zu sparen und vergeben sich gegenseitig aus dem gemeinsam gesparten Betrag kleine Kredite. Die dazu zu zahlenden Zinsen legen sie gemeinsam fest. So wächst der ersparte Betrag und damit auch die Höhe der zu vergebenden Kredite gleichzeitig mit den Fähigkeiten der Frauen, diesen Betrag zu verwalten und sinnvoll einzusetzen.

Diese psychosoziale und materielle Stärkung der einzelnen Frauen und ihrer Familien, aber auch der Selbsthilfegruppen an sich bildet die Basis für den Aufbau einer Selbsthilfestruktur: Ca. 10 Selbsthilfegruppen gründen eine sogenannte Cluster Level Association (CLA) und wählen dafür je 2 Vertreterinnen aus ihrem Kreis. Die CLA vertritt die Belange der Selbsthilfegruppen-Mitglieder auf Dorfebene und fordert Ver­besserungen ein, die nicht nur die einzelne Familie oder Mitglieder dieser Gruppe begünstigen sondern zur Entwicklung des gesamten Gemein­wesens beitragen. Durch Vernetzungen mit anderen Organisationen vor Ort sowie RegierungsvertreterInnen werden diese Entwicklungsanstrengungen unterstützt und gefördert. Die ehemals am Rande der Gesellschaft lebenden Personen sind so in der Lage, innerhalb ihrer Gemein­wesen (als “change agents“) einen Wandel für alle voranzutreiben."

Schüler helfen Schülern an der IGH

An der Internationalen Gesamtschule Heidelberg (IGH) sind Schüler aus ca. 50 Nationen vertreten. In den Klassen haben bis zu 60% der Schüler und Schülerinnen einen Migrationshintergrund. Es ist bekannt, dass in Deutschland der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark schichtabhängig ist. „Schüler helfen Schülern International“ unternimmt etwas gegen diesen Mechanismus und bietet insbesondere für Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund Unterstützung bei der Erarbeitung des Lernstoffes. Von 2011 bis 2013 unterstützte die Stiftung dieses Projekt.

Schulung der Tutoren

Die Förderung ist jeweils individuell ausgerichtet: z.B. üben die Tutoren mit Primarstufenkindern Texterfassen mittels interaktivem Vorlesen, andere Kinder erfahren gezielte Förderung ihrer Rechenfähigkeit, manche profitieren von einer Unterstützung bei den Hausaufgaben. SchülerInnen, die einen Schulwechsel(etwa von der Hauptschule auf die Realschule oder von der Realschule auf das Gymnasium) anstreben lernen mit leistungsstarken erfahrenen Tutoren, die mitunter während der Schulferien ihre MitschülerInnen unterrichten.

Die Verdichtung des Unterrichts, unter anderem durch die Einführung von G8, erschwerte die Durchführung des Projektes zunehmend. Es konnte nicht mehr gewährleistet werden, dass alle Klassen mindestens zweimal in der Woche eine Stunde vor dem Unterricht gemeinsam unterrichtsfrei hatten, was eine Voraussetzung dafür ist, dass alle SchülerInnen die Chance haben, an „Schüler helfen Schülern International“ teilzuhaben, sei es als Tutoren, sei es als Lernende. Eine auch nur teilweise Verlagerung in die Mittagspause macht es unmöglich, dass wie bisher die organisatorische Betreuung und Aufsicht durch engagierte Eltern erfolgt.

Hier half die Manfred Lautenschläger-Stiftung durch die Zusicherung einer mittelfristigen Finanzierung, die es möglich machte, die Begleitung des Projektes durch Studierende der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zu finanzieren. Die Studierenden führen die Aufsicht bei den Lernzeiten, unterstützen die Tutoren, führen Schulungen für die Tutoren durch und bereiten auch die Evaluation des Projektes vor.

Elterncafe der Geschwister Scholl Schule

2011 wurde mit Hilfe der Manfred Lautenschläger-Stiftung von Herrn Dr. Moritz Kilger, einem damaligen Teach First Fellow, an der Geschwister-Scholl-Schule Heidelberg ein sogenanntes „Elterncafé“ implementiert.

Die Schule steht vor der Herausforderung, dass die Eltern der Schüler nur sehr schwer erreicht werden können, sprachliche Barrieren mögen hierfür sicherlich der Hauptgrund sein. Die Eltern können den Einladungen zu Klassenpflegschaftssitzungen oder Schulveranstaltungen nicht die notwendigen Informationen entnehmen oder befürchten, bei diesen Veranstaltungen aufgrund mangelnden sprachlichen Ausdrucksvermögens außen vor zu bleiben und sich den Lehrkräften oder Eltern ohne Migrationshintergrund unterlegen fühlen zu müssen. Das heißt, dass gerade diejenigen Eltern, zu denen ein besonders enger und von gegenseitigem Vertrauen geprägter Kontakt notwendig wäre - da die Kinder besondere Hilfestellungen und Fördermaßnahmen benötigen - durch die Schule schlichtweg nicht kontaktiert werden können.

Das Elterncafé hat zum Ziel, die oben genannten Defizite abzubauen und die Eltern – Mütter wie Väter - enger an den Bildungsweg ihrer Kinder anzubinden. Den Eltern sollen Möglichkeiten verdeutlicht werden, wie sie sich selbst zuhause oder in der Schule als Förderer des Kindes etablieren können.